cordoba-lima

Jetzt sitze ich gerade am Flughafen von Sao Paolo und warte auf meinen Anschlussflug nach Buenos Aires. Der Flughafen ist viel mühsamer als der in Lima, weil es kein gratis Wi-Fi gibt. Das Internetcafé ist sehr teuer: 1 USD für 10 minuten!! Ich versuche gegen meine Mischung aus Müdigkeite und Krankheit (seit 1-2 Tagen wieder Durchfall, wahrscheinlich weil ich meine Ayahuasca-Diät unterbrochen und wieder Zucker und tierische Produkte zu essen angefangen habe – kann aber auch ein Virus sein; in Iquitos grassiert anscheinend Dengue, eine Malaria ähnliche Krankheit. Habe aber ausser Durchfall keine Symptome, vor allem nur leichtes Fieber, wenn überhaupt und keine Schmerzen [edit: bin dann irgendwann zur Apotheke und die haben mir geholfen) anzukämpfen und wieder mal einen Blog-Eintrag zu verfassen, bevor meine Erinnerungen an den Dschungel von neuen Eindrücken (morgen Buenos Aires, danach Moonflower Festival in El Bolson) überschattet werden.

 

Ich verzichte vorerst auf den 2. Teil meines Cordoba-Berichtes, da ich meine Notizen nicht zur Hand habe (ich würde gerne noch über die Ausflüge schreiben, die ich in die Umgebung gemacht habe). Stattdessen beginne ich am Donnerstag, 3. Februar als ich am Abend von Cordoba aufgebrochen bin um die längste Reise meines Lebens in Angriff zu nehmen: Fast 72 Stunden nonstop unterwegs mit 2 Bussen bis nach Lima, der Hauptstadt von Peru. Der Beginn der Reise stand unter keinem guten Stern: Am Busbahnhof angekommen (12 Minuten vor Abfahrt des Busses) merkte ich, dass ich mein Zelt im Hostel vergessen hatte. Zum Glück war das Taxi noch nicht abgefahren, so dass wir zurückfuhren um es zu holen. Als ich zurückkomme, stellt sich heraus, dass die Busse hier sehr pünktlich fahren können, wenn sie wollen (hatte auch schon anderes erlebt). Es fährt zwar um 21.30 ein Bus nach Mendoza ab, aber von einer anderen Firma und angeblich voll. Sie raten mir zum Schalter von meiner Firma zu gehen. Dort wird mein Problem zum Glück schnell gelöst: Ich kriege einen Platz in einem Bus von Andesmar, der rund 90 Minuten später abfährt. In der Zwischenzeit noch ein paar Emails schreiben und dann gehts los. Der Bus ist praktisch leer und ich verbringe eine sehr angenehme Fahrt, schlafe fast die ganze Zeit. Das Essen ist einigermassen geniessbar.

In Mendoza hat der andere Bus, der von Buenos Aires aus kommt, Verspätung aber zum Glück nicht allzu lang. Wie nicht anders zu erwarten (das war ja schon an den Vortagen das Problem) ist er ausgebucht. Praktisch alles Reisenden sind Peruaner, die aus unterschiedlichen Gründen – meistens von Buenos Aires – zurück nach Lima fahren. Sie sind zum Teil erstaunt, dass ich nicht fliege, obwohl es soviel schneller wäre. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass sich das eingesparte Geld nicht wirklich lohnt! Im Bus ist es wegen der Klimaanlage zum Teil eher kalt; das Essen – wir halten 1-2 Mal pro Tag an, nur an Orten, die irgendeinen Vertrag mit der Busfirma haben und aussehen als würde dort sonst nie jemand essen gehen – schlecht und eher teuer (für die dortigen Verhältnoisse): für mich als Vegetarier gibt es meistens nur reis, am letzten Tag endlich mal Reis mit Linsen; die Grenzkontrollen sehr zeitraubend und anstrengend und die Gesellschaft der anderen Passagiere (inkl. Filme und Musik-DVDs schauen/hören) energieraubend. Ausserdem halten wir praktisch nie an um sich die Beine zu vertreten was bei einer Reise von drei Tagen sehr anstrengend für den Körper ist.

Auch die Landschaften halten sich in Grenzen was ihre Schönheit angeht: zwar ist es schön die Anden zu überqueren aber praktisch die ganze Fahrt durch Chile sieht man nichts als Wüste. In Peru fahren wir der Küste entlang, auch hier eher eintönig. Um ehrlich zu sein ist es mir während der Reise selber nicht so anstrengend vorgekommen und ich habe sogar noch in Iqutios versucht eine Rückreise mit dem Bus zu organisieren. Aber jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass es ein ziemlicher Alptraum war. Am schlimmsten war es wenn ich stundenlang mit Songs des gleichen Sängers bombardiert wurde (Salsa, Cumbia etc.). Ich finde die Musik ja nicht so schlimm, mal ein paar Songs. Aber stundenlang ist es doch eher nervenaufreibend…

Ich habe in diesen 2 ½ Tagen von Mendoza nach Lima – gezwungenermassen – mehr Filme gesehen als im ganzen letzten Jahr. Hier ein Beschrieb auf Schweizerdeutsch, den ich noch in Iquitos verfasst habe: am afang isch ja no gange, so eine mit der angelica jolie wo ihre vermisst sohn sucht. rechtes psychodrama aber guet gmacht u so. denn so ne klatsche brasilianische film vo 2 gofe wo woui rockstars werde oder wie meh dem wott saege (halt mit brasilianischem sound, nyd mit rock). o rechtes drama aber mit krass schoenem happy end. aber naer isch nume no schrott cho. zerscht so ne noie actionfilm mit nem ueberalterte silvester stallone. der isch so schlecht gsi dass mir ne nuet hei fertiggluegt 😉 naer so ne tailandische fireball ueber street fighter basketball turnier. de isch no unterhaltsam gsi. aber bitzeli viel gwalt fuer mi gschmack.

naer blood in blood out. megalange fium. sicher 3 1/2 schtung oder i ha irgendes flash gha. de hett mir oeppe am meischte gfalle. ueber so ne latinogang wo der eint i knascht chunt us mega duere git obwohl er voll der hoschi isch. hett mi irgendwie a mi erinneret. isch no guet gsi der film wius o chli so ne sozio-oekonomische background hett gha vo wege minderheite i de USA. u weg droge u so. zerscht heroin, paar jahr spaeter kokain. isch recht spannend gsi. denn so ne ganz klatsche asiatische splatter film uber nes spital wo am aschlag isch weg z weni ressource. u denn chunt irgendso ne komisch infizierte patient. u naer werde schiinbar alli infiziert. u am schluss chunt use dass der patient gar nyd isch blibe im spital u dass der chefaryt alli mitarbeiter umbringt oder so. isch sehr chlatsch gsi. u am schluss no e rechjte schrottfilm, ninja, aber wenigschtens mit happy end.

In Lima haben mir alle viel Glück gewünscht und mich vor Betrügern gewarnt. Sie seien ja alle nett und ehrlich aber sonst solle ich niemandem trauen, alle würden mich als Ausländer linken wollen. Recht krass, was die für ein Bild haben von ihren eigenen Landleuten, aber ich könnte mir etwas ähnliches auch z.B. in Polen vorstellen. Auf jeden Fall war das Taxi vom Busbahnhof realtiv teuer (11 USD), vor allem hat er nicht gewusst, wo die Strasse war (was aber keinen Einfluss auf den Preis hatte, da wir diesen zum voraus abgemacht hatten). Irgendwann hat er jemanden auf der Strasse gefunden, der Informationen erteilte und dieser hat uns dann weitergeholfen. Das Bed & Breakfat war relativ teuer (30 USD) aber sehr freundliches Personal und sie haben mir ein Taxi bestellt für den nächsten Tag zum Flughafen und einen Weckdienst (mein Wecker ist beim Einsteigen in den Bus kaputtgegangen).

In der Nähe vom B&B gab es eine Reihe von Restaurants, natürlich – wie überall – vor allem Fast Food Mulits (KFC, Burger King und jenste McDonald’s) – das ganze Quarteir war eher bonzig, Miraflores heisst es – aber es ist mir trotzdem gelungen ein „normales“ Restaurant zu finden, in dem ich Suppe und Cannelonni essen konnte. Am nächsten Tag habe ich eine Taschenlampe (in Madrid geklaut zusammen mit necessaire) und einen Föteler (am Nirvana Festival vergessen) gekauft um für die Reise in den Dschungel vorbereitet zu sein.

Diese verzögerte sich um 2 Stunden. Anscheinend haben die Star Peru flüge am Flughafen von Lima keine Priorität. Dafür sind sie im Vergleich zu LAN sehr billig: ca. 150 USD für hin und zurück. Umbuchen auf paar Tage später kostete mich dann auch nur noch 9 USD zusätzlich. Generell ist es interessant zu beobachten, dass in Peru der USD neben den Soles als offizielle Währung anerkannt ist. Der Wechselkurs variert zwar von Ort zu Ort zwischen 2.6 und 2.7 und das Rückgeld kriegt man jeweils in Soles aber man kann praktisch überall mit Dollar bezahlen. Ich habe aber trotzdem jeweils Soles aus dem Automat geholt und hoffe dass der Wechselkurs zu Franken ihrem tatsächlich Wert entspricht und nicht den peruanischen Bräuchen (am Flughafen von Lima war ein Dollar 2.7 und ein Franken nur 2.0 Soles!!).

In Iquitos habe ich zuerst die teurste nacht meiner Reise verbracht: 60 USD für ein Zimmer. Es war das billigste, was man im Internet finden konnte… und ich reise nicht gerne irgendwohin ohne einen platz zum schlafen zu haben. Jetzt kenne ich mich in Iquitos viel besser aus und würde nie mehr soviel für ein Zimmer zahlen. Am zweiten Tag habe ich ein Zimmer für 40 soles gehabt allerdings ein eher mühsames (ohne Fenster und sehr klein, mehr eine Abstellkammer – so habe ich es auch genutzt, den die Nacht verbrachte ich an meiner ersten Ayahuasca-Zeremonie im Dschungel). Dort lernte ich Jim, einen Amerikaner (sieht aus wie ein (ehemaliger?) CIA-Agent ;)) kennen, bei dem ich für 15 Soles pro Nacht den Rest meines Aufenthaltes verbracht habe. Aber dazu mehr im nächsten Eintrag, wenn es um die Woche in Iquitos geht. Irgendwann schreib ich noch etwas zum mühsamsten Teil der Reise, der Überquerung von Grenzen. Das ist definitiv etwas vom schönsten am Reisen in Europa!!

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