Iquitos part 1

In meinem Bericht über die Busreise nach Peru hatte ich etwas wichtiges vergessen: die Kristallkinder 🙂 mindestens 3 davon waren mit uns unterwegs und trugen sichtlich dazu bei, die Schwingung zu erhöhen. Das speziellste von ihnen, ein kleiner Junge, hiess übrigens Angel, sehr passend!

Nachdem ich drei Tage damit verbracht hatte, von Cordoba nach Lima zu reisen, hiess es noch einen Tag anzuhängen, um ans eigentliche Ziel meiner Reise, die Stadt Iquitos im Dschungel von Amazonas zu erreichen. Der Flug selber dauert zwar nur 2 Stunden, aber man musste eine gute Stunde dazu rechnen, um mit dem Taxi zum Flughafen zu kommen, 2 Stunden am Flughafen, dann gab es plötzlich eine Verspätung des Abflugs von weiteren 2 Stunden, so dass ich erst am frühen Abend in Iquitos ankam.

Ein Taxifahrer brachte mich zum Hotel und war schockiert ob des hohen Preises. Er präsentierte mit unterwegs einen Backpacker, den ich für die nächste Nacht buchte (pro Bett 20 Soles, d.h. 40 Soles damit ich ein Doppelzimmer für mich allein haben konnte, das sind rund 15 Franken – dafür sehr zentral gelegen, fast direkt am Plaza de Arma, dem Hauptplatz von Iquitos). Als wir im Hotel ankommen, der erste Unfall: Wir halten an, der Taxifahrer sagt „vamos“ und steigt aufs Troittoir aus. Also öffne ich meine Tür (zur Strasse hin) ebenfalls… zum glück nur die Tür, den in dem Moment rast eines dieser Moto-Rikshas für die Iquitos berühmt ist, in die Tür rein. So schlimm, dass sich diese nicht mehr richtig schliessen lässt… zum glück hats nur die tür erwischt und nicht mich 😉 der taxifahrer ist schockiert und will behaupten es sei meine Schuld, ich hätte warten sollen, bis er mir die Tür aufmacht… nur dass er vorher nichts solches erwähnt hatte. Wir einigen uns, dass ich ihm zusätzlich zu den 20 soles für die fahrt (ein ziemlicher wucherpreis, aber das ist bei den taxifahrern in südamerika üblich) nochmal 20 soles gebe, um die Tür zu reparieren.

Im Hotel ist es ein bisschen mühsam, dass man für das Internet separat zahlen muss. War in den anderen Orten, wo ich bis dahin gewohnt hatte, nicht der Fall. Irgendwie hatte ich dort immer noch Mühe mit dem WiFi von meinem Laptop – erst bei Jim sollte sich der Knoten lösen.

Nach dem Einchecken habe ich mir die lang ersehnte richtige Mahlzeit gegönnt (nach zwei Tagen praktisch nur Reis ohne Beilagen…): einen Riesenteller Reis mit Gemüse und etwas, was sie Gluten nannten, das ich aber eher unter dem Namen Seitan kenne, so Fleischersatz für Vegifreaks 😉 Dazu ein Acai. Acai ist eine Spezialität aus dem Amazonas, die man in Europa praktisch nicht kennt – ich selber hatte am Boom Festival Gelegenheit dieses Fruchtgetränk kennenzulernen.

Danach ordentlich ausgeschlafen, Reiki gemacht und meditiert. Dann war umziehen in den Backpackers angesagt. Leider hat mir das Zimmer dort nicht gefallen (vor allem da es keine Fenster hatte und die Gemeinschafts-WCs eher ungemütlich waren) aber als Abstellkammer für meine Sachen war es genau richtig – ich hatte ja vor, an einer dieser berüchtigten Ayahuasca-Zeremonien teilzunehmen.

Eine Telefonnummer hatte ich von einem amerikanischen Schamanen, den ich zufällig im Internet gefunden hatte, er wurde empfohlen für eben eine solche Zeremonie. Wenn das nicht klappen sollte, hatte ich von einem guten Kollegen einen anderen Kontakt erhalten, der mir weiterhelfen wollte.

Um die Zeremonie so smooth wie möglich zu gestalten, ass ich an diesem Tag nur einige wenige Früchte und trank Wasser und Fruchtsaft. Ich hatte mich auch schon an den vorangehenden Tagen so gut wie möglich sowohl mental als auch kulinarisch auf dieses Erlebnis vorbereitet. Trotzdem war ich den ganzen Dienstag ein bisschen nervös – ich wusste nicht recht, was mich genau erwarten würde, und mich die ganze Erfahrung nicht zu fest überwältigen würde.

Ich machte mit Ron ab, dass wir uns im Zentrum treffen würden, so gegen halb sieben, um uns kurz kennenzulernen und die Details zu besprechen. Vorher versuchte ich noch einen Flug nach Buenos Aires zu buchen, was leider im letzten Moment nicht klappte, weil ich auf der Website der Fluggesellschaft gelandet war, die für Brasilianer vorgesehen war, ich brauchte also eine brasilianische ID… [später sollte sich herausstellen, dass ich auch auf der internationalen Website aus irgendeinem Grund nicht buchen konnte – anscheinend sind hier die Sicherheitsvorkehrungen ein bisschen anders]

Ron war mir von anfang an sympatisch owohl mir gleichzeitig nicht entging, dass er sicher kein Heiliger war. Es erscheint mir immer schwieriger, wirklich hoschwingende Menschen zu treffen… aber der eindruck stimmte auf jeden fall genug, um mich ihm azuvertrauen mit bezug auf die zeremonie. Auch der preis war in ordnung. Er arbeitet seit rund 15 Jahren mit Ayahuasca und führt zweimal in der Woche eine Zeremonie durch.

Wir fuhren mit seinem motor-riksha zu ihm nachhause wo ich die anderen Teilnehmer der Zeremonie kennenlernte. Einer davon ein halb-schweizer, mit dem mir an nächsten morgen ziemlich aneinandergeraten sollten, eigentlich ziemlich grundlos, aber dazu später mehr, und sein Kollege Jim, bei dem ich den Rest meines Aufenthaltes in Iquitos verbringen sollte.

Es war mir empfohlen worden, mit einer Intention, resp. einer Frage, in die „Reise“ zu gehen. Überraschenderweise blieben die Antworten nicht auf die Zeremonie beschränkt, sondern begegneten mir im Verlaufe der nächsten Woche. Ein ziemlicher Unterschied zu anderen mir bekannten Halluzinogenen. Generell scheint diese Substanz viel fundamentaler am Werk zu sein, als andere, vor allem synthetische, bewusstseinsverändernde Substanzen. Es existieren viele „urban legends“ von Menschen, die ihre Krebserkankung (zum Teil im sog. „unheilbaren“ Stadium) durch die Einnahme von Ayahuasca heilen konnten. Inwiefern diese wahr sind, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber auf jeden Fall fühlte es sich so an, als sei diese Substanz resp. ihr Geist wie es die Schamanen formulieren würden, dazu in der Lage.

Auf der visuellen Ebene hatte ich einige Visionen (mit geschlossenen Augen) aber diese waren von der Intensität her nicht anderen mir bekannten – vor allem dem puren DMT – gleichzusetzen.

Auf der mentalen Ebene bestand die erste Zeremonie vor allem in einem Scan der mich gegenwärtig beschäftigenden Situationen. Es war, wie ein Schüler des Schamanen gesagt hatte, als ob Ayahuasca mich kennenlernen würde. [Die zweite Reise solle dazu dienen, dass ich die Pflanze kennenlernen könne, bevor man ab der 3. Reise mit der Zusammenarbeit beginnen könne.]

Alles in allem ging es bei dieser ersten Zeremonie sehr chaotisch zu und her: nicht nur respektierten einige der Teilnehmer die Regeln des Schamanen (Stille, Dunkelheit) nicht, auch seine Schüler hatten oft Mühe seinen Anweisungen zu folgen (einer von ihnen hatte zwei Tassen getrunken und kam offensichtlich mit dieser starken Dosis überhaupt nicht klar; wie ich am Donnerstag nach der 2. Zeremonie erfahren sollte, hatte er soeben einen Valium-Entzug begonnen…), so dass es zum Teil schwierig fahr sich auf sich selber zu konzentrieren. Den letzten Teil der Reise gelang mir dies am besten indem ich mit geschlossenen Füssen und Händen dasass/-lag und versuchte, mich nicht zu fest von den Geschehnissen um mich herum beeinflussen zu lassen. Was generell schwierig ist an so einer Gruppenzeremonie (vor allem wenn der Schamane erwartet, dass alle bis zum Schluss im Kreis sitzen bleiben) ist, dass es für unterschiedliche Teilnehmer unterschiedlich lang wirkt. Der Schamane muss also einen Mittelweg finden, was nicht ganz einfach ist – auch am Donnerstag beendete er die Zeremonie obwohl ein Teilnehmer noch voll im Film war.

Nach der Zeremonie hatte ich dann ein bisschen Panik weil ich das Gefühl hatte, es hätte sich etwas in einer Vene gebildet (vermutlich noch von dem langen sitzen im bus nach lima) und würde sich mein rechtes bein hinaufbewegen. Leider hatte ich mein blutverdünnungsmedikament in iquitos vergessen… ich beschloss oberhalb vom ort, wo ich die veridchtung spürte, reiki zu geben, und den morgen abzuwarten.

Ich schlief erst bei dämmerung ein und wurde kurz darauf von meiner shiva-statue geweckt – jemand hatte sie aus versehen umgestossen, als er sie sich näher anschauen wollte – es war Jim, der Amerikaner, der Dean mitgberacht hatte, einen halb-engländer, halb-schweizer. Sie machten sich gerade auf den weg zurück nach iquitos und ich beschloss mich ihnen anzuschliessen. Wir gingen noch zum schamanen um das finanzielle zu regeln (auch schamanen müssen essen kaufen können) und einen tee zu trinken. Dabei gerieten ich und Dean aneinander. Ich geh jetzt nicht allzu fest darauf ein, weil es energieverschwendung wäre, aber anscheinend hat er meine positive sichtweise auf die welt („Kindermärchen“) und mein Lächeln gar nicht vertragen… und das eine knappe halbe Stunde nachdem er festgestellt hatte, er könne sich nicht vorstellen, dass mich jemand nicht mögen sollte 😉 tja, so schnell kanns gehen.

Auf dem Weg nach Iquitos sprach ich mit Jim darüber, weil ich dachte er und Dean seien Freunde und es könne zu Spannungen kommen, wenn wir alle unter einem Dach wohnen würden. Jim beruhigte mich aber, vor allem da er überzeugt war, ich hätte nichts falsch gemacht.

In Iquitos angekommengingen wir zuerst einen super errectus trinken – ein auf guarana basierender milk shake, der im Magen wirkt wie eine ganze Mahlzeit und einen den ganzen Tag wachhält. Interessante Erfindung…

Danach transportierten wir meine Sachen zu Jim, der ziemlich ausserhalb vom Zentrum wohnt – ich hoffe für ihn, dass sich sein Restaurant trotzdem lohnen wird.

Das Zimmer bei ihm war sehr praktisch, inkl. persönlichem WC/Dusche und Fenster und einem Doppelbett. Für 15 Soles kann man gar nichts sagen.

Ich ging 2 Bücher kopieren (kann man in Iquitos für 5 Franken pro Buch alles inklusive machen lassen) und etwas essen und versuchte es dann erneut mit Flug buchen. Leider bin ich in das falsche Reisebüro (das richtige habe ich erst am nächsten Tag gefunden) und auch im Internet wollte es nicht klappen… Irgendwann ging ich erschöpft schlafen und überlegte mir dabei, ob ich am nächsten Tag nochmals an einer Zeremonie teilnehmen wollte…

Einige Generelle Eindrücke zu Iquitos:

Preisdiskriminierung für Ausländer: vor allem an Orten, wo dies gut möglich, wie zum Beispiel bei den Moto-Rikshas, ist es offensichtlich, dass man als Tourist mehr zahlt (was ich auch richtig finde). Bei den Rikshas gibt es sowieso keinen festen Preis: man versucht sich vor der Fahrt mit dem Fahrer auf einen Preis zu einigen, nachdem man das Reiseziel bekanntgegeben hat. Die Fahrt vom Ort, wo ich von Mittwoch bis Montag wohnen sollte, kostete zwischen 2 und 3 soles in eine Richtung – laufen war auch möglich, allerdings dauerte es rund eine Stunde.

Sehr tiefe Gebäude. Generell war mir in Chile und in Peru aufgefallen, dass die meisten Häuser maximal 2 Stockwerke haben.

Relativ wenige Autos, dafür sehr viele Moto-Rikshas.

Der Amazonas dutzende von Metern schmäler als noch vor 15-20 Jahren.

Alles in allem war die Stadt viel grösser als ich erwartet hatte: knapp 1 Mio. Einwohner und aufgrund der niedrigen WOhnhäuser, sehr weitläufig. tortzdem konzentrierte isch viel vom geschehen um die plaza de arma.

was schade ist, dass man nicht wirklich etwas vom dschungel mitkriegt. dafür müsste man schon eine mehrtägige Expedition in den Dschungel unternehmen, wofür ich diesmal leider keine Zeit hatte. Dafür habe ich nen Ausflug in den Zoo gemacht, die einzige Art für mich diesmal etwas von den Wildtieren zu sehen… bei einer Expedition in den Dschungel will man aber auch nicht unbedingt einem Jaguar begegnen 😉

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One Response to Iquitos part 1

  1. Jan says:

    Sehr interessant. Besonders über verschiedene Getränke – ich habe mit açai sehr positive Erfahrungen während dem Boom Festival gemacht.

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