Digitalisierung, Autonomie und das Politische

Jakob Augstein (Hg.), Reclaim Autonomy. Selbstermächtigung der digitalen Weltordnung, Suhrkamp 2017.

einige Anregungen zum Weiterdenken:

Yvonne Hofstetter
Soziale Medien: Wer Newsfeeds auf Werbeplattformen liest, kann Propaganda erwarten aber nicht die Wahrheit

„Die Folgen maximaler Personalisierung sind dramatisch. Die Gesellschaft wird zerstreut, fragmentiert und in eine Masse aus Individuen zertrümmert.(…) die Atomisierung unserer Gesellschaft verhindert, dass wir eine Sicht auf das Weltgeschehen teilen. (…) Heute fehlt uns nicht nur die gemeinsame Erfahrung, sondern auch der Austausch darüber.“ 26

„Denn Macht, politisch zu handeln … haben wir nur gemeinsam und nur dann, wenn wir miteinander kommunizieren, uns in die Augen schauen, und gemeinsam tätig werden. Nur so schaffen wir Welt, wie Hannah Arendt den politischen Raum nannte, einen öffentlichen Raum, in dem wir politische Argumente austauschen und und auch über unsere eigenen Standpunkte klar werden.“ 29

„Soziale Medien dienen dem Kapitel“ 29

Machivaelli: Für ein gutes Image ‘ist es notwendig, klug genug zu sein, um den üblen Ruf solcher Laster zu vermeiden, über welche die Herrschaft verloren gehen könnte’ (1986 [1532]: 119). Das Verschweigen gehört deshalb zu den zentralen Strategien Machiavellis beim Umgang mit der Wahrheit.“ 32

Saskia Sassen
Wenn bewundernswerte sozio-technische Fähigkeiten handfeste Brutalitäten hervorbringen

die Hochfinanz stützt „sich als ein leistungsstarkes System und als ein Wissensraum auf algorithmische Mathematik, spezialisiertes Recht, kreative Bilanzierungsmethoden und höherstufige Logistik“ 39

die Hochfinanz „übt ihre Macht durch komplexe und häufig auch bewundernswerte Instrumente aus, die brillante Neuerungen enthalten“ 39

Sie dringt in immer weitere Bereiche der Wirtschaft ein, so dass ihre Funktionsweisen systemisch werden.
Ihre Verfahren entziehen sich häufig dem Zugriff politischer Regulierung.

„Die Digitalisierung hat bei der Transformation der Hochfinanz in eine sehr mächtige und nicht leicht zu regulierende Branche eine wesentliche Rolle gespielt. Mittlerweile drückt die Hochfinanz unserer Wirtschaft und zunehmend auch den allgemeinen sozialen Rahmenbedingungen ihren Stempel auf.“ 40

„Die grossen Finanzunternehmen aller Länder speielen heute, jenseits der Kernaufgabe des Finanzgeschäfts, eine wichtige ökonomische und politische Rolle. Das Finanzwesen ist zu einer der einflussreichsten Kräfte gewonnen“ 42 f. vgl. Sassen 2015a

„Das Finanzwesen häufte bis dato beispiellose Beträge an, die von 630 Billionen US-Dollar kurz vor der Krise von 2008 auf 1 Billiarde US-Dollar im Jahr 2017 anwuchsen. Dies ist weit mehr als die Bruttoinlandsprodukte aller Länder der Welt zusammengenonemmn, und es ist mehr als der Gesamtwert sämtlicher Währungen, die von den Zentralbanken in aller Welt ausgegeben wurden.“ 46

das Finanzwesen ist eine ausbeuterische Branche 49

„allein schon die Existenz solcher Formationen [signalilsiert], dass es nicht ausreicht, einfach die Reichen loszuwerden, um diese Formationen unschädlich zu machen. Sie entziehen sich weitgehend dem Zugriff der üblichen politischen Massnahmen“ 50 f.

„Um die Macht dieser komplexen Kombinationen zentraler Elemente infrage zu stellen oder gar zu brechen, wäre der Wille erforderlich, sie zu zerlegen oder zu zerstören. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass sie sich selbst zerstören, weil sie dazu tendieren, ihre Macht zu missbrauchen.“ 51

Knorr-Cetina/Preda (Hg.) The Oxford Handbook of the Sociology of Finance, Oxford 2012.

Sassen (2017) ‘Predatory Formations Dressed in Wall Street Suits and Algorithmic Math’ iin: Science, Technology & Society, 22/1, S. 6-20.

(2015a) Ausgrenzungen: Brutalität und Komplexität in der globalen Wirtschaft, Fankfurt.

(2015b) Losing control? Sovereignt in an Age of Globalization, New York.

(2015c) Digitzation and work: Potentials and challenges in low-wage labor markets, http://www.saskiasassen.com/PDFs/publications/digitization-and-work.pdf

Evgeny Morozov
Big Tech und die Krise des Finanzkapitalismus

„Ich werde hier die These vertreten, dass es zum einen zwar richtig ist, dass der Aufstieg von Big Tech die Weltwirtschaft in Gang gehalten hat, ohne systemübergreifende politische Veränderungen zu provozieren – was es den globalen Eliten erlaubt hat, sich Zeit zu kaufen, um eine anschauliche Formulierung Wolfgang Streecks zu gebrauchen -, es zum anderen aber auf lnage Sicht viel wahrscheinlicher ist, dass der Erfolg der Technologieunternehmen die Widersprüche des bestehenden Systems einfach multiplizieren und viele seiner Elemente, Beziehungsformen und Praktiken noch stärker hierarchisieren und zentralisieren wird.“ 101

ausserdem gibt es „gute Gründe für die Annahme, die systemische Transformation werde zu einem System führen, das zwar nicht unbedingt der Logik der Kapitalakkumulation unterliegen muss, aber ebenso wenig notwendigerweise in die Richtung eines postkapitalistischen egallitären Nirwanas tendieren muss“ 101

„die einzigen Akteure, die die Steuerung solcher Transformationen bewältigen können, sind die Big-Tech-Unternehmen“ 106

„Mit der Konzentration von künstlicher Intelligenz … in den Händen einiger weniger privater Firmen dürften wir auch zu Zeugen eines enormen Velrusts von Verantwortung für und zivilgesellschaftlicher Kontrolle über wesentliche Teile der Gesellschaft werden.“ 108 f.

„Natürlich: Das 20. Jahrhundert mit all seinem Grauen haben wir längst hinter uns gelassen, so dass kein Weg mehr zu den alten, brutalen Methoden zurückführt, mit denen einer Gesellschaft ihr egalitärer Geist zugunsten neuer Hierarchien ausgetrieben werden kann, ganz gleich, auf welchen Wertvorstellungen diese fussen mögen (aktuell scheinen ethnische Kriterien eher nicht infrage zu kommen). Die Konturen des neuen Gesellschaftsvertrags sind zwar noch nicht vollständig auszumachen, aber man kann bereits darüber spekulieren, was er umfassen wird und in welchem Masse er mit der strukturellen Transformation der entwickelten Volkswirtschaften vergleichbar ist, die sich in den dreissiger Jahren sowohl in einigen Demokratien als auch in einigen Diktaturen abgespielt hat.“ 112

man kann realistischerweise nicht von einer Rückkehr der Vollbeschäftogung ausgehen

bedinungsloses Grundeinkommen als Alternative

„Dass dieses neu entstehende System postkapitalistisch ist, bedeutet nicht, dass es nicht auch neofeudalistisch wäre, mit Big-Tech-Unternehmen in der Rolle der neuen Vasalle, die fast jeden Aspekt unseres Lebens kontrollieren und zugleich die Rahmenbedingungen des politischen und gesellschaftlichen Diskurses festlegen.“ 117

„Solange man die Existenz der ‘Überschuss-Bevölkerung’ anerkennt und auch, dass die herrschende Klasse nicht mehr bereit ist, ihr gegenüber weiterhin Zugeständnisse irgendeiner Art zu machen – abgesehen vielleicht von netten Updates für ihre Virutal-Reality-Brtillen –, dann ist es kaum vorstellbar, dass die Zahl dieser ‘Überflüssigen’ mit zunehmender Automatisierung und einer weiteren Ausbreitung der KI nicht weiter anwachsen sollte.“ 117 f.

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Der Fall des Johann Schneider-Ammann – Chronologie eines vorzeitigen Rücktritts

Ende April gab Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (FDP) im Interview mit der NZZ bekannt, per Ende 2019 sein Amt niederlegen zu wollen:

„Wie lange bleiben Sie noch Bundesrat?

Ich habe einen klaren Orientierungspunkt: Legislaturende 2019.“

[Quelle: https://www.nzz.ch/schweiz/johann-schneider-ammann-kuendigt-seinen-ruecktritt-an-ld.1381207, abgerufen am 29. September 2018]

Einige Wochen später nahm er zum zweiten Mal nach 2017 an der Bilderberg-Konferenz teil. Dabei handelt es sich je nach Perspektive entweder um ein privates Treffen der transatlantischen Elite, in dem informelle Gespräche zu geopolitischen Fragen geführt werden, oder um eine geheime NATO-Regierung, deren OK sich aus Vertretern einiger Hoch- und Geldadelsdynastien zusammensetzt, die seit Jahrhunderten zu den mächtigsten der Welt gehören (siehe dazu ausführlich Gijswijt 2018, Zieliński 2016 und 2017). Die diesjährige Konferenz fand vom 7. bis 10. Juni in Turin statt.

Neben Bundespräsident Schneider-Ammann nahmen als Vertreter der Schweiz (jedes Land hat ein fixes Kontingent an Teilnehmern – für eine informelle private Veranstaltung ein doch eher formales Kriterium…) teil: Christine Beerli, ehemalige Ständerätin und aktuell Vize-Präsidentin des IKRK (auf der offiziellen Teilnehmerliste der BB-Konferenzen irrtümlich als _ehemalige_ Vize-Präsidentin aufgeführt…) und André Kudelski, Unternehmer im Bereich Digitaltechnologie und seit Jahren einziger Schweizer Vertreter im Steuerungsausschuss dieser Konferenzen.

Die Bilderberg-Konferenzen gelten, wie erwähnt, als der informelle Kriegsrat der NATO. Immer wieder setzten sich die Veranstalter dieser Konferenzen für eine Erhöhung oder zumindest Beibehaltung der nationalen Rüstungsausgaben der Mitgliedstaaten ein (vgl. für die Niederlande Anfang der 1970er Jahre Bloemendal 2018: 246 ff.). Vor einigen Jahren etwa verkündete die deutsche Verteidigunsministerin Ursula von der Leyen einige Tage nach ihrer Teilnahme an der BB-Konferenz – anlässlich einer gemeinsamen Konferenz mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, ebenfalls Stammgast bei diesen Konferenzen – einen Rückzug von der Entscheidung, die Rüstungsausgaben nicht zu erhöhen.

Auch dieses Jahr scheint es als hätte die Teilnahme von Bundesrat Schneider-Ammann ein politisches Nachspiel im Zusammenhang mit der Ausfuhr von Kriegsmaterialien gehabt: An der Bundesrats-Sitzung vom 15. Juni (also unmittelbar nach der Konferenz in Turin) entschied der Bundesrat, die Regeln zur Ausfuhr von Waffen zu lockern:

„Schweizer Rüstungsfirmen sollen unter gewissen Umständen Waffen auch in Länder exportieren dürfen, die in einen internen bewaffneten Konflikt verwickelt sind.“

„Heute sind Exporte verboten, wenn das Bestimmungsland in einen internen oder international bewaffneten Konflikt verwickelt ist. Neu sollen Exporte in Länder mit einem internen bewaffneten Konflikt bewilligt werden können, wenn kein Grund zur Annahme besteht, dass das Kriegsmaterial in diesem Konflikt eingesetzt wird.“

[Diese Argumentation erinnert stark an die kontroversen Waffenlieferungen der USA an Indonesien in den 1970er Jahren. Präsident Gerald Ford und sein Aussenminister Henry Kissinger (seit 1957 Teil des Bilderberg-Netzwerkes, seit 1977 praktisch jedes Jahr anwesend) besuchten im Dezember 1975 den dortigen Diktator Suharta und gaben ihm die amerikanische Zustimmung zur Invasion Osttimors gaben. In diesem brutalen Bürgerkrieg starben hundert Tausende Menschen (ein Drittel der Bevölkerung Osttimors). Dabei wurden mehrheitlich amerikanische Waffen eingesetzt. Laut dem damaligen CIA-Einsatzleiter in Indonesien, wären die Indonesier „ohne fortgesetzte umfangreiche logistische und militärische Unterstützung durch die USA … womöglich nicht in der Lage gewesen, die Sache durchzuziehen“ (zit. Nach Hitchens 2001: 161). Gemäss amerikanischem Gesetz durften an Indonesien gelieferte Waffen ausschliesslich zu Selbstverteidigungszwecken eingesetzt werden. Vgl. im Detail Hitchens 2001: 147-173]

„Damit erfüllt der Bundesrat Forderungen der Rüstungsindustrie.“

[Quelle: https://www.nzz.ch/schweiz/bundesrat-will-verbot-von-waffenexporten-in-konfliktgebiete-lockern-ld.1395225, abgerufen am 28. September 2018]

Rund zwei Wochen später war das Thema Rüstungsexporte wieder Gegenstand medialer Berichterstattung: In einem Brief an den Bundesrat vom 3. Juli 2018 verlangte eine Subkommission der parlamentarischen Geschäftsprüfungskommission von der Landesregierung, diese solle von der Ruag Statistiken zu den Rüstungsexporten der Auslandsfilialen einfordern. (Die Ruag gehört nämlich theoretisch zu 100% dem Bund gehört – theoretisch, denn praktisch sitzt im Verwaltungsrat kein einziger Vertreter des Bundes.) Nur so könne diese überprüfen, „ob die Schweizer Bestimmungen zum Export von Rüstungsgütern eingehalten werden.“

Staatsekretärin Gabrielle Ineichen-Fleisch antwortete den Parlamentariern, nicht das Staatssekretariat für Wirtschaft sei zuständig für Ruag-Niederlassungen im Ausland, sondern der Verwaltungsrat der Ruag.

Dies ist aus mehreren Gründen problematisch: erstens kaufte die Ruag in den letzten Jahren zwanzig Firmen zu, u.a. in Ungarn und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ausserdem ist die Ruag nicht gerade bekannt für ihre Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden – immer wieder werden Auskünfte verweigert oder verzögert. Es kam auch schon vor, dass die Inspektion einer Ausland-Filiale behindert wurde, „so dass ‘Verdunkelungsgefahr’ geherrscht habe“ so die Eidgenössische Finanzkontrolle.

[Quelle: https://www.srf.ch/news/schweiz/schweizer-ruestungsexporte-ruag-ein-staat-im-staat, abgerufen am 28. September 2018]

Diese Woche endete diese Episode nun also vorläufig mit dem Rücktritt von Bundesrat Schneider-Ammann per Ende 2018 sowie dem Wunsch des Nationalrats, in Zukunft solle das Parlament über die Kriterien zur Bewilligung von Waffenexporten entscheiden, statt dies dem Bundesrat zu überlassen. Eine entsprechende Motion wurde am 25. September vom Nationalrat angenommen, eine Abstimmung im Ständerat steht derzeit noch aus [https://www.nzz.ch/schweiz/johann-schneider-ammann-tritt-per-ende-jahr-zurueck-ld.1422893; https://www.derbund.ch/schweiz/heute-kann-der-nationalrat-dem-bundesrat-einen-riegel-schieben/story/18768980]

Möglicherweise ist dieser Rücktritt eines „Bilderbergers“ keine Einzelepisode: Ebenfalls diese Woche erklärte auch Bundesrätin Doris Leuthard (BB-Teilnahme 2011) ihren Rücktritt während in Schweden Premier-Minister Löfven (BB-Teilnahme 2013, Premier-Minister seit Oktober 2014) nach einem geglückten Misstrauensvotum im neu gewählten Parlament zum Rücktritt gezwungen wurde. Und im Sommer musste eine weitere Schweizer Bilderberg-Teilnehmerin, die VR-Präsidentin der Post, Susanne Ruoff (Teilnahme 2017), nach dem Subventions-Skandal zurücktreten: Anfang Juni kam sie ihrem Rauswurf zuvor, nachdem bekannt geworden war, dass die Postauto AG jahrelang ihre Gewinne verschleiert hatte und dadurch überhöhte Subventionen erhielt. [https://www.nzz.ch/schweiz/postauto-affaere-so-kam-es-zum-ruecktritt-von-susanne-ruoff-ld.1357584]

Es gab eine Zeit, da galt es als Karriere_boost_, wenn man zu diesen Konferenzen eingeladen wurde und die Gastgeber von seinen Qualitäten als Politiker oder Manager überzeugen konnte. Prominente Beispiele waren Henry Kissinger, Carlo Schmid oder Walter Scheel in den 1950er Jahren, Helmut Schmidt in den 1960er Jahren, Helmut Kohl Anfang der 1980er Jahre, sowie Bill Clinton oder Tony Blair in den 1990er Jahren um nur die bekanntesten Namen von jenen Politikern zu nennen, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine steile Karriere absolvierten, nachdem sie in Kontakt mit diesem Netzwerk gekommen waren.

Inwiefern sich dies heute anders oder gar umgekehrt präsentiert, kann selbstverständlich anhand einzelner Beispiele aus den letzten Monaten nicht abschliessend beurteilt werden – vor allem da es auch prominente Gegenbeispiele gibt, wie den französischen Präsidenten (seit 2017) Emmanuel Macron (BB-Teilnahme 2014) oder den aktuellen deutschen Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (BB-Teilnahme 2010).

Auf jeden Fall zeigt sich aber auf verschiedenen Fronten, dass die These von Moses Naim (2013) vom bevorstehenden Ende der hierarchischen Machtausübung in der heutigen Gesellschaft nicht einfach pauschal verneint werden kann. Und dass der Druck von der Öffentlichkeit spätestens seit dem katastrophalen Handling der letzten Finanzkrise seitens des Establishments deutlich zugenommen hat. Es bleibt zu hoffen, dass er nachhaltig zu Veränderungen Richtung Dezentralisierung der Macht auf der institionellen Ebene führen wird, vgl. dazu auch meinen in Kürze erscheinenden Aufsatz zum politischen Handeln im Permanenten Ausnahmezustand (Zielinski 2019, im Druck).

Literatur:

Bloemendal, A. (2018) Reframing the Dipomat, Amsterdam

Gijswijt, T. (2018) Informal Alliance, London.

Hatchins, C. (2001) Akte Kissinger, Stuttgart & München.

Naim, M. (2013) The End of Power, New York.

Zieliński (2016) „Mosaiksteine zu einer Archäologie der Bilderberg-Konferenzen“ in: Björn Wendt et al., Wie Eliten Macht organisieren, Hamburg , S. 157-170.

Zieliński (2017) „The Bilderberg Conferences as Transnational Informal Governance Network“ Part 1, https://www.academia.edu/37335397/The_Bilderberg_Conferences_as_Transnational_Informal_Governance_Network_TIGN_Part_I

Zieliński (2019) „Politisches Handeln im permanenten Ausnahmezustand (und danach…) in: Klaus Mathis & Luca Langesand, Tagungsband ‘Anarchie als herrschaftslose Ordnung?’, Berlin, S. 129-156.

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fascinating conference on the Dark Matter vs Modified Gravity controversy

Finally, something that – at least on paper – looks revolutionary for our understanding and conceptualization of reality:

 

“Astrophysical and cosmological observations as well as explanatory gaps in the Standard Model of particle physics imply the existence of Dark Matter and/or a modification of our theory of space and time. A decision between the Dark Matter (DM) and Modified Gravity (MG) approaches is hampered by problems of underdetermination at different levels and of different kinds. The plethora of Dark Matter and Modified Gravity approaches, and the corresponding underdetermination, even in the light of the vast amount of relevant collider based and astrophysical observations, clearly illustrates the complexity of this scientific problem. On the other hand, the overlap of the collider and astrophysical domains may allow for reducing the underdetermination, thus leading to a simplification of the model landscape. One focus of this conference is Dark Matter searches at the Large Hadron Collider and the connection between LHC results and theories of gravity. We will address the question of different kinds of underdetermination, both in choosing between the two research programs of Dark Matter and Modified Gravity, and also in choosing between different models within each program. In particular, we aim to provide an assessment of the explanatory power and the explanatory gaps of the Dark Matter and Modified Gravity hypotheses, and the extent to which these might reduce the issues of underdetermination.”

 

Full CFP here: https://networks.h-net.org/node/73374/announcements/2540630/cfa-dark-matter-modified-gravity-conference-aachen

 

 

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Auf der suche nach Ausserirdischen

Auszug aus einem Interview mit dem Astrophysiker Daniel Angerhausen:

 

Noch heute werden Menschen, die an Aliens glauben, belächelt. Haben eigentlich die jüngsten Erfolge in der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten zu einem Meinungswandel geführt?

D.A.: Ich glaube schon, zumindest in der Wissenschaft. Gerade die NASA nimmt das Thema viel ernster als früher. Ich denke, das wird heute relativ offen diskutiert, es gibt kaum mehr Tabus hierzu.

Sind denn Ufos noch ein Tabuthema? Könnten das nicht Aliens sein, die uns besuchen?

D.A.: Ich finde jedenfalls, dass Ufos untersucht werden sollten. Egal, ob die Ursache nun Ausserirdische, Massen-Halluzinationen oder unbekannte Atmosphären-Effekte sind. Interessant ist das Phänomen auf jeden Fall, und ich finde, dass kein Wissenschaftler sagen sollte, dass hierzu nicht geforscht werden darf.

 

das ganze Interview: https://www.gmx.ch/magazine/wissen/laengstens-spuren-aliens-all-33179168

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Intellectuals and violence

As somebody who has been the victim of death threats before, it felt good to read this interview with David Theo Goldberg:

https://lareviewofbooks.org/article/histories-of-violence-violence-to-thought

relevant part:

like many academics who have a public profile in the humanities and social sciences, you have been subjected to a number of personal attacks and troubling threats to your physical well-being. How do you deal with these attempts to ultimately suffocate your work?

This has become all too often of late, alas. There’s a difference, to be sure, between criticisms or dismissals of one’s work that are the product of a failure, sometimes crude or silly, to understand what one is arguing or critical about, and ad hominems and threats to one’s well-being. These personal threats may of course be in response to one’s critique or attempts to get one to cease or (as you say) suffocate one’s critical engagement. If the former at least acknowledges one has something worth responding to, the latter is far more insidious, if not sinister.

My responses in the latter such cases will vary by instance. After the initial surprise, or shock, or occasionally even disbelieving laughter at the crudity, there’s a choice to be made. Does one simply dismiss it, putting it out of mind, and get on with one’s day, one’s critical life? Putting it completely aside is not necessarily easy, as it will niggle at the mind, prompting one to look out for other instances around the corner, over one’s shoulder. Does one make it public, easily done in a more or less limited way through social media or more broadly by publishing about it in print media or a more formal publication?

This serves to warn others similarly engaged in such work while forcing the surreptitious out into the open. This too has an important social dimension, reminding one that you are not alone in facing up to these insidious attacks. That in working for justice, one is part of a community. When I decide to go public in this way, I will try as best as the evidence allows naming the person or site from which the attack or threat is emanating, along with its nature. The effect of such a response has sometimes sent the attacker diving for cover, which can be quite satisfying. There is also the weighing up of whether one reports the instance to authorities, to institutional officers or even the police? The more personally intrusive the instance — a call to one’s home, a demeaning message or death threat on one’s personal voicemail or (usually anonymous) email, ugly caricaturing posters with one’s image plastered across one’s workplace, that sort of thing — the more encouraged I am to report this to the police. This at least establishes a file, a paper trail, should things persist or ramp up.

In going public in this way, the response of colleagues invariably, though the institution only sometimes, has been terrifically supportive. It is important to know one is not alone in these cases. I have had people I barely know who have heard about an instance approach in public or at a convention offering support, encouragement, solidarity. That sense of collegiality, of intellectual and political community is enormously fortifying.

I have caught myself sometimes rewording expression in the wake of such attacks, seeking greater precision or clarity, sharpening the critique. Not a bad thing in itself, if not for the insidiousness giving rise to it. But in all, I must emphasize that my response, even if sometimes after a momentary stocktaking, is invariably to speak back, to extend the critique, to sustain the political pursuit, to insist on the critical scalpel. After all, that the attack is so crazed indicates its perpetrator must be unnerved to begin with. It signals a crack in their sense of dogmatic self-righteous absolution. The overriding response to the attempt to suffocate is to breathe deep and speak back with more cutting critique.

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Inspirational quote of the day

‘Showing that scientific demonstration is basically only a ritual, that the supposedly universal subject of knowledge is really only an individual historically qualified according to certain modalities, and that the discovery of truth is really a certain modality of the production of truth; putting what is given as the truth of observation or demonstration back on the basis of rituals, of the qualifications of the knowing individual, of the truth-event system, is what I would call the archaeology of knowledge.’

Michel Foucault. Michel Foucault, (2006) [2003]. Psychiatric Power. Lectures at the Collège de France, 1973- 1974. Tr. Graham Burchell. Houndmills and New York: Palgrave Macmillan, p. 238

reblogged from: https://michel-foucault.com/2018/08/25/foucault-quote-the-archaeology-of-knowledge/

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Lucie Mercier destroys Zizek

“After Comay, and before Buck-Morss’s paper, the hall filled up for Žižek’s intervention. Arriving like a rock star right before his own session and leaving immediately afterwards, Žižek only dealt with Benjamin in passing. After a relatively pleas- ant analogy between Benjamin’s ‘incompleteness of history’ and videogames, Žižek went on to rehash an entire section of one of his recent articles.7 Defend- ing himself against accusations of Islamophobia, he proceeded with a detailed list of ritualized sexual violences taking place outside of the Islamic world, thus showing his willingness to accompany ‘honour killings’ with matching atrocities. He was each time rhetorically apologetic about his descriptions (‘it is really hard to talk about this but I must tell you’) and each time came back with more obscene, bloody and graphic details. This suffices to grasp the pointless- ness (and ambivalence) of his intervention: display- ing concerns about sexual violence by subjecting the watchful audience to the violence of crude images of heinous sexual practices. Now that his ghostly ‘liberal–leftist–multiculturalist’ enemy concretizes itself as a proliferating mass of web critics, Žižek’s critique boils down to justifying his past statements and worn-out jokes in a self-generating, megalo- maniacal cycle.”

I concur.

 

[source: Lucie Mercier, Benjamin in Rammalah, conference report, Radical Philosophy 196 (Mar/Apr 2016)]

 

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